Adventszeit in Zypern genießen: Weihnachtliche Highlights für Touristen

Santa Basil – auch Zypern feiert Weihnachten. Wenn in Deutschland die kalte Winterzeit beginnt, herrschen auf Zypern noch immer Temperaturen von bis zu 20 Grad. Hier kann man als Urlauber noch einige Tage Spätsommer nachholen. Trotz der klimatischen Unterschiede im Vergleich zu Deutschland wird auf der Insel Weihnachten gefeiert – auch wenn manches nicht ins Bild des sonnigen Mittelmeerraumes passt.

Sonnige Weihnachten

Mit 77 Prozent ist die überwiegende Zahl der Zyprioten christlich-orthodoxen Glaubens und hat viele weihnachtliche Bräuche aus der englischen Kolonialzeit übernommen. Die Menschen auf der drittgrößten Mittelmeerinsel geben sich große Mühe dem Fest gerecht zu werden. So werden überall Weihnachtslieder gespielt und die Umgebung festlich geschmückt. Nur Glühwein gibt es aufgrund der zu warmen Temperaturen nicht. Auch zaubern Lichterketten und Co. bei strahlendem Sonnenschein nicht die Atmosphäre, die man aus Deutschland kennt. Als Tourist muss man sein Weihnachten hier also etwas anders feiern – mit Cocktail statt Glühwein und Sonnenbrille statt Mütze und Schal.

Weihnachtliche Bräuche

Als Urlauber wird man zudem einige Unterschiede zu den deutschen Weihnachtsbräuchen feststellen. Der Weihnachtsmann auf Zypern heißt Agios Vassilios oder auch Santa Basil. Ursprünglich war es ein Heiliger, der in frühchristlicher Zeit Waisenhäuser eröffnete und den Armen half – so wurde er kurzerhand zum Weihnachtsmann gemacht. Der bringt allerdings die Geschenke nicht am 24. Dezember, sondern erst in der Silvesternacht, dem Vassiliosfest. Dabei muss er sich aber traditionell durch den Schornstein zwängen. Da die Zyprioten keinen Weihnachtsbaum haben, weil dies in orthodoxer Tradition nicht üblich ist, werden die Geschenke unter das Bett gelegt.

Hotels sind jedoch sehr weihnachtlich auch mit Christbäumen und Co. geschmückt, sodass die heimelige Stimmung nicht abhandenkommen muss. Während der Weihnachtszeit singen die Kinder in der Nachbarschaft sogenannte “Kalanda”, Weihnachtslieder, und werden mit Süßigkeiten belohnt. Auch kleine Kobolde sollen in dieser Zeit ihr Unwesen treiben, sie können aber mit etwas Teig vom Weihnachtsgebäck besänftigt werden.

Köstlichkeiten und Glücksspiel

Am 25. Dezember beginnt das eigentliche Fest mit kulinarischen Köstlichkeiten und kirchlichen Veranstaltungen. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird auf der Insel ein sehr spezieller Brauch gepflegt: Überall gibt es Glücksspiel, auch Zuhause mit Kindern. Dem Brauch nach soll derjenige, der jetzt im Spiel Glück hat, auch im neuen Jahr erfolgreich sein. Wer als Urlauber auch sein Glück versuchen will, muss aber wie viele Einheimische in den Norden reisen, da Kasinos im Süden verboten sind.

Neujahr ist auf Zypern bedeutender als Weihnachten, da kommt die Familie zusammen und verspeist den Neujahrskuchen, den sogenannten Vassilopitta. In diesen ist nach britischer Tradition eine Münze eingebacken, die dem Finder ein glückliches neues Jahr verspricht. Besondere Ruhe können die Urlauber durch das Ausbleiben von Feuerwerk und Knallern am Silvesterabend genießen. Am 5. Januar werden Häuser und Bewohner vom Priester mit Weihwasser gesegnet und am 6. Januar endet die Weihnachtszeit mit “Epiphania”, dem höchsten Festtag auf Zypern, der Erscheinung des Herrn. Touristen können die mit Palmenzweigen geschmückten Kirchen bewundern und zusehen, wie die Priester die Zisternen und das Meer weihen, dies entspricht der Taufe Christi.

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